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Der Wasserwanderer

Heute lassen wir Wasser von einem ins andere Glas wandern. Und das, ohne die Gläser anzufassen. Viel Spaß dabei!

Experiment Wasserwanderer

🧪 Das brauchst Du
  • 3 Gläser
  • Wasser
  • Lebensmittelfarbe in 2 verschiedenen Farben
  • 2 Blätter Küchenrolle

Und so geht’s:

Schritt 1: Fülle zwei Gläser bis oben mit Wasser und färbe sie mit unterschiedlichen Farben.

Schritt 2: Nimm zwei gute Stücke Küchenrolle und rolle sie zu Würsten.

Schritt 3: Stell ein leeres Glas in die Mitte und die beiden gefärbten Wassergläser ganz nah daran.

Schritt 4: Hänge die Küchenrollen zur einen Hälfte in das gefärbte Wasser und zur anderen Hälfte jeweils in das leere Glas.

Schritt 5: Hab etwas Geduld: Nach ein paar Stunden siehst Du, wie sich das leere Glas mit Wasser füllt und die Farben sich vermischen. Am besten lässt Du es über Nacht stehen.

Erklärung:

Das war aber spannend! Dass sich die Farben vermischen, war ja klar. Das kennst Du bestimmt vom Malen. Aber warum wandert das Wasser?

Das lässt sich mit dem Kapillareffekt erklären. Die Küchenrolle wirkt zwischen den beiden Gläsern wie eine Kapillare, also ein langes, dünnes Röhrchen wie beispielsweise ein Strohhalm.

Die Oberflächenspannung kennen wir ja schon vom Wasserteiler. Nochmal zur Erinnerung: Wasser besteht aus ganz vielen kleinen Teilchen, den Dipol-Molekülen. Dipol bedeutet, die Moleküle haben zwei Pole wie ein Magnet. Und wie bei einem Magneten ziehen sich ungleiche Pole an. Diese Anziehungskraft bewirkt, dass die Wassermoleküle eine spannungsgeladene, gemeinsame Fläche bilden.

Steckst Du jetzt eine Kapillare ins Wasser, klettern einzelne Moleküle durch die Adhäsionskraft im Innern der Kapillare nach oben. Die anderen Moleküle folgen, weil sie ja angezogen werden. Je enger die Kapillare, also das Röhrchen, umso höher steigt das Wasser. Nun hat die Küchenrolle ganz viele solcher engen Kapillaren, in denen das Wasser hochsteigt und so in das zweite Glas gelangt.

Die Gläser nennt man auch kommunizierende Gefäße. Und bei kommunizierenden Gefäßen steht das Wasser immer gleich hoch. Deswegen wandert das Wasser nur so lange, bis es in allen drei Gläsern ungefähr gleich hoch steht.